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Samstag 28 März 2020
Rad-Kante
Rad-Kante,

ich habe es mir volle Kante gegeben, ab 7:30(!) Uhr war ich im Folterkeller und habe meinen Plan mehr als erfüllt. Am Ende waren es 213 Minuten mit 180 Watt auf dem Ergometer! Es musste teilweise der gestrige faule Tag ausgeglichen werden . Die Beine waren wunderbar frisch, die erste Einheit hat direkt 90 Minuten gedauert! In Summe waren es 2.772kcal und 132km (laut Computer vom Tretrad). Zusätzlich habe ich exakt 120 Züge mit der Hantel gemacht, ab 1. April werde ich auf 59kg steigern. Und wenn die 5kg-Zusatzgewichte zu viel sein sollten, erkläre ich es als Aprilscherz und rette mich . Morgen werde ich es lockerer angehen, keine Hantel und genaue 180 Minuten auf dem Ergometer mit 180 Watt. Damit hätte ich es diese Woche trotz des Aussetzers am Freitag auf 15 Stunden gebracht. Nächste Woche soll es durchgehend an jedem Tag Sport geben. Außerdem muss ich langsam mit dem Lauftraining starten. So ganz habe ich den Triathlon-Wettkampf Anfang August noch nicht abgeschrieben. Aber Schwimmtraining wird schwierig, solange alle Schwimmbäder geschlossen sind...

Morgen folgt zudem eine kurze Rückkehr des Winters: Schnee bis ins Flachland, auch bei uns , und nachts wird es richtig kalt. Gut, dass wir noch über genügend Kaminholz verfügen. So habe ich mir den Frühling nicht vorgestellt , der Plan wäre eigentlich eine Fortsetzung der letzten Tage. Es war auch heute wunderschön, viel Sonne, kaum Wind und relativ warm auf der Terrasse. Von Corona weiß ich langsam nicht mehr, was ich halten oder sagen soll. Wird von den Politikern doch alles richtig gemacht und ich war auf dem Holzweg?! Die sehr hohe Anzahl von Toten in Italien, Spanien, jetzt auch USA und England macht mich stutzig. Auch scheint die Aussage "Es trifft nur Alte mit Vorerkrankungen, junge Gesunde nicht" nicht zu stimmen, man liest immer mehr Berichte über junge und relativ (d.h. um die 40) junge Menschen, die gestorben sind. Aber eine leichte Hoffnung habe ich noch: Der April wird noch düster sein mit Kontaktverbot, Ausgangssperre, geschlossenen Geschäften, aber vielleicht werden die Maßnahmen im Mai gelockert.

Ich werde jetzt in Erinnerungen schwelgen und die Blogbeiträge von Usedom 2019 lesen. Meine Hoffnung ist weiterhin im Mai doch irgendwie auf die Insel fahren zu können,
Ralf

PS: Homeoffice ist vielleicht doch nicht schlecht. In der kommenden Nacht wird auf Sommerzeit gestellt und eventuell kann man das im Kellerbüro leichter verarbeiten...
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Ralf am Samstag 28. März 2020 - 21:56:01
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Freitag 27 März 2020
VD01
VD01,

Erstanlage Völliges Desaster . Wer sich ein wenig mit Transaktionen bei SAP auskennt, weiß sofort, worauf ich anspiele. Was den Sport angeht, war der heutige Tag eine Katastrophe! Trotz frühem Feierabend (aber Aufstehen um 5 Uhr) bin ich am späten Nachmittag gegen 16 Uhr auf dem Sofa eingeschlafen und erst kurz nach 19 Uhr wieder wach geworden. Ich war wie erschlagen, gefühlt sind für mich Tage im Homeoffice wesentlich anstrengender als vor Ort in Blomberg. Den gesamten Tag über war ich müde, fix und fertig, und mehr als froh als das Wochenende um 15 Uhr erreicht war. Aber vielleicht ist ein Tag Pause gar nicht mal so schlecht. 9 Tage in Folge war ich im Folterkeller und habe auf dem Ergometer kräftig getreten, die Beine und vor allem Oberschenkel müssen sich ausruhen. Morgen werde ich wieder voll angreifen, d.h. 200 Minuten mit 180 Watt stehen auf meinem Programm. Ansonsten wäre es heute der ideale Tag für die erste Vitus-Radtour in 2020 gewesen. Nachdem die frühe Kälte sich verzogen hatte, wurde es ab mittags wunderschön. Viel purer Sonnenschein und rund 15 Grad, kaum Wind. Ich hätte doch den Tag frei nehmen sollen...

Mehr gibt es kaum zu berichten. Corona wütet weiter, Deutschland stabilisiert sich m.E. etwas, es besteht aus meiner Sicht Hoffnung auf Abmilderung der Maßnahmen nach Ostern, aber in Spanien, USA, England sieht es weiter richtig düster aus. Vielleicht kommen wir doch noch nach Usedom. In der Firma wird es voraussichtlich zumindest bis zum 20. April beim Homeoffice bleiben, d.h. noch mindestens 4 Wochen. Keine Ahnung, wie ich das aushalten soll. Ich habe mich zwar mit der Kellerarbeit ab 7 Uhr arrangiert und irgendwie rennt es, aber auf Dauer will ich das nicht machen. Noch besser wäre es im Lotto zu gewinnen. Danach würde ich mir sofort eine Wohnung oder ein Haus in Karlshagen kaufen, so dass ich trotz Sperrung auf die Insel käme. Schließlich dürfen Einwohner Usedom weiterhin betreten . Ich schaue jeden Tag voller Wehmut auf die 2 Webcam's von Karlshagen und hoffe auf unseren Urlaub in exakt 7 Wochen. Usedom und speziell Karlshagen haben es mir völlig angetan, ein Jahr ohne die Insel wäre ein komplett verlorenes Jahr. Ich muss einfach in 2020 nach Karlshagen!

Erstaunlicherweise ist der Puls ohne Sport nach oben gegangen. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich mal wieder schwächele. Husten, Schnupfen, Kopf. Nein, kein Corona, ich tippe eher auf Verkühlung im Keller,
Ralf
Druckerfreundlich

Ralf am Freitag 27. März 2020 - 22:13:59
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Donnerstag 26 März 2020
99,9ct
99,9ct,

es ist passiert: In Paderborn gibt es just in dem Moment den Liter Diesel für unter 1€! Tja, nur schade, dass mein VW-Elcb seit 10 Tagen unbenutzt in der Garage steht und nicht gefahren wird. Keine KM-Leistung, keine Tankstelle. Man kann es auch positiv sehen: Noch besser als den Liter Diesel unter 1€ ist es gar nichts zu bezahlen . Aber meine letzte Erinnerung an solche Dieselpreise stammt aus dem Jahr 2006. Damals, zu lange her, war ich im Namen von MHP im süddeutschen Raum unterwegs und habe in Winnenden meinen wahren Elch (den V50 von Volvo) zu dem Preis getankt. Ich habe keine Ahnung, ob wir seitdem mal wieder solche Spritpreise hatten. Der Arbeitstag war eine Wiederholung von gestern: Aufstehen um 6 Uhr, Zeitung lesen, ab 7 Uhr ins Kellerbüro, um 16:30 Uhr war Feierabend, ab auf das Sofa. Es gab aber nur eine Stunde Sofaschlaf, noch ein kurzes Abendessen und man konnte mich wieder im Keller antreffen.

Allerdings in einem anderen Raum, der mir wesentlich lieber ist als mein Büroverlies: Ich habe 132 Minuten mit 180 Watt auf dem Ergometer gesessen! Vor dem Training dachte ich ich schaffe keine einzige Minute, ich habe die ersten sechs Minuten auch kräftigst gepustet, aber nach dem Aufwärmen klappte es immer besser. Eine richtige Anstrengung war es am Ende nicht. Das hat sich auch im Puls widergespiegelt: Leider habe ich die 130 Schläge nicht gesehen. Auch mein Ruhepuls geht immer weiter nach unten, gegen frühen Nachmittag hatte ich 43 Schläge. Ja, richtig gelesen: Während der Arbeit im Keller! Ich bin halt im Job tiefenentspannt . Die Wahrheit ist: Im Arbeitskeller ist es relativ kühl (vielleicht 16-17 Grad) und bekanntlich geht der Puls in kühler Umgebung nach unten. Der Nachteil: Man friert relativ schnell und recht stark. Ohne meine geliebten Baumwollhemden würde ich diese Zeit nicht überstehen. Eigentlich wollte ich den Beitrag aufmachen mit: Der Bofrost-Mann! In Erinnerung an einen alten Song der Toten Hosen . Wir hatten erstmals Tiefkühlkost von dem Lieferanten als Mittagessen. Ich hatte Stücke vom Sauerbraten mit Spätzle, das war sogar sehr lecker. Mit Sauerkraut wäre noch besser gewesen, aber man kann nicht alles haben.

Von mir aus kann es eine Wiederholung geben. Zum Glück gibt es morgen nur einen kurzen Arbeitstag und es geht ab ins Wochenende,
Ralf
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Ralf am Donnerstag 26. März 2020 - 21:48:34
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Mittwoch 25 März 2020
Fast Normalität
Fast Normalität,

es gibt zwar immer noch Unterschiede zwischen Home-Office und täglichen Job am Firmenschreibtisch, vor allem mental aber auch z.B. keine Pendelei oder die Tageszeitung ist bereits vor Tagesstart gelesen, aber ansonsten nähere ich mich der Normalität an: Aufstehen wie immer, Sofaschlaf nach Feierabend, Abendessen und anschließend erst mein Kellersport. Aber durch die fehlende Fahrerei bekomme ich alles unter einen Hut am gleichen Tag. Durch diesen neuen/alten Ablauf waren leider nur 115 Minuten auf dem Ergometer möglich. Das aber mit 180 Watt und ich habe den Puls endlich wieder um die 130 Schläge bekommen. Morgen soll es keinen Sofaschlaf geben und geplante 135 Minuten auf dem Ergometer. Außerdem ist mein Ziel mit 185 Watt zu treten. Was man auch sagen kann: Gefühlt ist das Home-Office erheblich anstrengender als die Präsenz im Büro. Warum?!? Erstens habe ich noch mehr Meetings als üblich, ich bin in vielen Teams und fast jedes Team hat tägliche Standups, um sich abzustimmen und auszutauschen. Zweitens bin ich in Calls generell wesentlich konzentrierter, was aber auch mehr Anstrengung kostet.

Eins der ersten Meetings war das schwierigste, ich hatte seit gestern Abend Bammel davor. Aber wie immer, wenn ich unter Druck stehe, war ich hochkonzentriert und habe mich ganz gut verkauft. Dafür, dass nicht viel passiert ist, habe ich es gut dargestellt und wurde nicht einen Kopf kürzer gemacht . Aber wie habe ich im Meeting gesagt, und das meine ich Ernst: Der Termin ist seit Wochen angekündigt und, in der Hoffnung keiner merkt etwas, lade ich nicht stillschweigend einfach nicht ein. Lieber führe ich doch ein Meeting durch und gebe ehrlich den Status ab. Information und Kommunikation sind wichtig, auch wenn der Stand eher enttäuschend ist. Wie hat ein geschätzter Ex-Chef mal gesagt: Es ist einfacher um Vergebung als um Erlaubnis zu bitten . Am Freitag muss ich noch durch meine Leistungsbeurteilung durch. Ich hasse den jährlichen Quatsch !! Beurteilungen (vor allem in Verbindung mit Gehalt) sind Blödsinn für mich. Wenn ich etwas gut oder schlecht mache, kann man mir das direkt sagen. Auch wenn ich das Ergebnis der Beurteilung bereits kenne und diese sehr sehr gut ist.

Paragon-Aktien sind heute erneut um mehr als 10% gestiegen. Was ärgere ich mich, in nur 2! Tagen hätte ich 30% Gewinn machen können. Aus schmalen 2.400€ Investition wären mal eben über 3.000€ geworden. Aber wer verpennt, muss bestraft werden,
Ralf

PS: Jetzt hätte ich fast das Highlight des Tages vergessen! Trotz Corona sind Lieferdienste weiter erlaubt. Wir haben uns für Haci Baba entschieden, meine Wahl fiel wie immer auf überbackene Gyros sowie Weinblätter. Ich könnte mich in das Zeug legen...
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Ralf am Mittwoch 25. März 2020 - 21:43:10
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Dienstag 24 März 2020
Asymmetrische Normalschicht
Asymmetrische Normalschicht,

nachdem dank AWS die technischen Begrenzungen beim VPN-Zugang in der Firma beseitigt sind, ist es im Home-Office wieder erlaubt zu normalen Tageszeiten zu arbeiten, d.h. das Thema Früh/Spätschicht ist ab sofort Vergangenheit. Ich habe die Chance genutzt und bin Punkt 7 Uhr in meinem Kellerbüro angefangen. Aufgestanden bin ich wie üblich um 6:15 Uhr, schnell die Zeitung lesen (kein Problem bei der Papierdürre ) und zwei Kaffee kippen, bereit für den anstrengenden Arbeitstag . An Home-Office ohne Schichtbetrieb könnte ich mich gewöhnen, es ist wesentlich angenehmer, wenn man gegen 11 Uhr die Hälfte vom Arbeitstag hinter sich hat und nicht erst ~eine Stunde. Außerdem sind wesentlich mehr Kollegen erreichbar, Spätschicht war nicht populär. Trotzdem ist man am Feierabend gegen 16:30 Uhr ziemlich fertig, gefühlt finde ich Home-Office wesentlich anstrengender als Präsenzanwesenheit am Standort. Keine Ahnung warum. Es ist aber auch eine komische Zeit: Hatte ich die Hoffnung in dieser Phase mit Home-Office ein paar offene Themen in Ruhe bearbeiten zu können, werde ich eines Besseren belehrt. Ein Online-Meeting jagt das nächste, von morgens bis abends habe ich das Headset auf dem Kopf .

Was aber schön ist: Noch vor dem Abendessen hatte ich mehr als die Hälfte von meinem Sportprogramm im Folterkeller absolviert, ich bin vor 17 Uhr gestartet! Was zu blöde ist: Mitten zwischen der 2. und 3. Einheit ist man ziemlich ausgepowert und hat viele Sachen im Kopf, aber dazu gehört garantiert nicht Essen. Ich konnte nicht viel zu mir nehmen, Ergebnis: Ich stopfe gerade Gummibären in mich hinein. Egal, es sind am Ende 133 Minuten auf dem Ergometer mit 175 Watt geworden. Zudem gab es im Laufe des Tages genau 106 Züge mit der 54kg-Hantel. Was mich ein wenig erstaunt, aber auch ziemlich freut: Ich bekomme meinen Puls auf dem Ergometer nur noch selten über 120 Schläge. D.h. mein Körper gewöhnt sich immer weiter an die Belastung und kann diese gut kompensieren. Da aber der KCal-Verbrauch u.a. von der körperlichen Belastung abhängt, müsste ich mehr trainieren, um den gleichen Energieverbrauch zu erreichen. Oder anders gesagt: Härter und schneller, d.h. ich müsste auf 180 oder 185 Watt erhöhen und mit einer höheren Frequenz treten.

Gestern waren die Paragon-Aktien unter 7€, mein Plan war heute für 6,92€ zuzuschlagen. Und was passiert?! Genau, die Aktie zieht um rund 14% auf 8€ an. Mein Instinkt war richtig, aber ich war zu spät dran. Ich hätte locker mal eben 500€ mitnehmen können... Olympia 2020 in Tokio wird verschoben: Kann ich auf der einen Seite verstehen, man kann nicht so tun als ob nichts wäre, auf der anderen Seite kennt Ihr meine Meinung. Man hätte ruhig locker 1-2 Monate mit der Entscheidung warten können. Aber viele Dinge haben aktuell eine gewisse Eigendynamik. Letztes Thema, Asterix, Obelix, einer ihrer Erfinder, Albert Uderzo, ist mit 92 Jahren gestorben: Vielen Dank für viele wunderschöne Comics! Und viel Spaß beim Zeichnen auf den Wolken . Ich könnte mal wieder einen Asterix-Band lesen,
Ralf
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Ralf am Dienstag 24. März 2020 - 21:37:41
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Montag 23 März 2020
Virtuelle Lockerung
Virtuelle Lockerung,

im Moment stellt es die Firmen vor sehr große Herausforderungen, die hohe Anzahl von Mitarbeitern im Home-Office mit VPN-Netzzugängen zu versorgen. Das galt auch für meinen Arbeitgeber, es konnte niemand Vorsorge dafür treffen, das keiner mehr am Standort sowie fast alle ausschließlich remote arbeiten. Das war nicht vorhersehbar und ist zum Glück seit heute Vergangenheit, es wurden zusätzliche Kapazitäten über AWS geschaffen. Der Pilot in der IT war erfolgreich und ab morgen kann jede(r) zur gewohnten Zeit arbeiten. Die Einteilung in Früh- und Spätschicht ist somit hinfällig geworden. Auf der einen Seite fand ich es schön, bereits morgens ab 7 Uhr mein Sportprogramm abzuspulen, auf der anderen Seite waren Arbeitszeiten bis spät am Abend um 19 Uhr einfach nur nervig und mittags habe ich viel zu viel gegessen, weil ich nach dem Sport und ohne Frühstück absolut ausgehungert war. Ab morgen sieht der Plan vor: Aufstehen um 6:15 Uhr wie immer, die dürre Zeitung lesen und ab 7 Uhr geht es in mein Kellerbüro. Im Erdloch der dritten Art werde ich bis 16:30 Uhr arbeiten, anschließend die erste Einheit auf dem Ergometer abspulen, Abendessen und danach die zweite Einheit. Gegen 20 Uhr werde ich im Feierabend sein.

Wer sich aktuell eine goldene Nase verdienen muss, ist Amazon. Es brummt das Online-Geschäft und zudem auch das Infrastruktur-Business. Es ist zwar faszinierend, wie schnell man mal eben Kapazitäten mittels AWS ausbauen kann, aber das wird sich der Internet-Riese auch gut bezahlen lassen (Vermutung). Ich denke die Corona-Krise wird sich in mehrfacher Hinsicht bei Firmen auswirken: Die interne Kultur (niemand wird künftig Online-Meetings in Frage stellen / Home-Office wird niemand anzweifeln) wird sich verändern und der Trend in die Cloud sich verstärken (ein solcher Skaleneffekt ist mit dem eigenen Rechenzentrum niemals möglich). Kommen wir zu meinem Foltersport : Ich hatte das erste Meeting um 10 Uhr wieder im Nacken. Zwar ich war bereits um 7 Uhr im Folterkeller, habe aber nur 125 Minuten geschafft. Ich wollte ab 9:45 Uhr online sein und mich vorbereiten, die Dusche wollte auch erledigt werden. Eigentlich sah mein Plan 135 Minuten vor, aber zu den fehlenden 10 Minuten konnte ich mich am Abend nicht aufraffen. Außerdem habe ich noch ungezählte Züge an der Hantel gemacht, die gingen auch noch von der Nettosportzeit ab.

Mit den neuen (alten) Arbeitszeiten ergibt sich noch eine weitere Option: Wenn das Wetter jetzt wärmer wird und ich nach Feierabend aufgrund fehlender Pendelei bereits um 16:30 Uhr zu Hause bin, könnte ich sofort zu einer Radtour starten. Zumal ab Sonntag die Sommerzeit gilt: 3 Stunden mit dem Rennrad und erst um 19:30 das Abendessen. Das Leben ist schön ,
Ralf
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Ralf am Montag 23. März 2020 - 22:00:48
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Sonntag 22 März 2020
Beste Sportwoche
Beste Sportwoche

Der Kellersport lief erstaunlich rund und gut, ich war pünktlich um 8 Uhr unten. Klar schmerzen langsam die Oberschenkel und vor allem die Knie, aber ich habe 198 Minuten auf dem Ergometer mit erneut 175 Watt getreten. Zusätzlich habe ich noch 80 Züge mit der 54kg-Hantel gemacht, leider waren es nicht die geplanten 120 Züge. Aber am Nachmittag und abends hatte ich keine Lust die fehlenden 40 Züge nachzuholen. Es gibt eine sportliche Grenze und ich wollte einfach nichts tun, das Sofa lockte viel zu sehr. Es waren diese Woche knapp 15 sportliche Stunden, die beste Woche seit Anfang Januar!!! Der Plan für nächste Woche sagt: Jeden Tag Kellersport und es sollen 17 Stunden werden. Da ich weiterhin die Spätschicht mache, werde ich bereits um 7 Uhr auf dem Ergometer sitzen und ab 10 Uhr arbeiten (bis 19 Uhr ). Interessant war heute: Von der 150. bis zu 180. Minute musste ich hart mit mir kämpfen, danach setzte eine Erholung ein und die letzten 17 Minuten liefen wieder super.

Wenn sich Politiker virtuell in Berlin treffen, kann nichts Gutes dabei herauskommen. Jeden Sonntag wird das gleiche Spiel aufgeführt, man muss Aktivität zeigen: Umfangreiches Kontaktverbot. Mir geht der Aktionismus langsam tierisch auf die Nerven, ich finde es bereits jetzt absolut übertrieben und trotzdem steigert man sich weiter von Tag zu Tag. Das Leben wird immer weiter eingeschränkt. Positiv für mich: Sport im Freien bleibt erlaubt und ich kann, sobald es wärmer wird, mit meinem Rennrad durch die Gegend rasen. Man kann die 9 Punkte natürlich auch ironisch nehmen: Ohne Friseure werden die Deutschen ein Volk der Langhaarigen . Aber man fragt sich schon: Wo soll das enden, wann ist der Boden erreicht?!? Gefühlt ist auch das Internet, zumindest Amazon, am Anschlag. Bei Amazon Music gibt es Aussetzer, das hatte ich noch nie. Immerhin ist der Shop gewohnt schnell. Aber andere Webseiten werden subjektiv langsamer geladen. Apropos Amazon, der Internetriese liefert in Italien und Frankreich nur noch unverzichtbare Waren aus. Aus meiner RaBo-Sicht würden dazu auch Soplica und Hierbas gehören . Wie würde wohl ein Ergometer eingestuft?!

Ich habe echt Horror vor der ersten kompletten Arbeitswoche im Home-Office. Mir macht es keinen Spaß von zu Hause zu arbeiten. Das ist nicht mein Ding, ich sitze lieber am Schreibtisch in einem Firmengebäude,
Ralf
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Ralf am Sonntag 22. März 2020 - 21:34:25
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Samstag 21 März 2020
Sportlicher Rhythmus
Sportlicher Rhythmus

Ich bin voll im Rhythmus, selbst auf einem Samstag bin ich gegen 6 Uhr aufgestanden und habe direkt das immer dünner werdende grüne Blättchen gelesen. Das geht mir so langsam auf die Nerven, die Zeitung kostet (mein) gutes Geld und die Gegenleistung wird immer geringer. Sportteil gibt es nicht mehr (wie auch ohne Wettkämpfe) und der Hauptteil besteht zur Hälfte(!) aus Corona. Lange mache ich das nicht mehr mit, dann wird das Abo gekündigt. Im Folterkeller war ich bereits exakt um 8 Uhr: Ich habe 193 Minuten mit 175 Watt auf dem Ergometer getreten Langsam merke ich in den Beinen die hohe sportliche Belastung in dieser Woche. Die allerletzte Einheit über 30 Minuten war eine Quälerei und nur mit eisernem Willen möglich. Aber ich habe viele Kalorien verbraucht. Allerdings bin ich mir nicht sicher auch morgen drei Stunden durchhalten zu können. Man sieht langsam auch Gebrauchsspuren an meinem Körper: Es gibt ein paar empfindliche Stellen, die durch die Radhose wund gescheuert sind.

Der Soplica wurde angeliefert und die erste Flasche sofort verkostet. Was ist das Zeug lecker! Es kamen aber auch einige wehmütige Erinnerungen an Usedom auf... Wenn die Welt ohne Corona wäre, wären wir in genau 8 Wochen auf der Insel. Allerdings glaube ich das bald nicht mehr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in ~2 Monaten wieder in normalen Bahnen leben werden. Dazu passt auch: Daten-Fiasko bei Corona-Krise. Eine zentrale Aussage in dem Artikel ist: Entscheidungen ohne zuverlässige Datenbasis. Niemand weiß im Moment, wie viele Menschen wirklich erkrankt sind. Dadurch ist die Sterblichkeitsrate ein Muster ohne Wert. Wenn z.B. bereits jeder zehnte infiziert wäre, es aber ohne Beschwerden nicht bemerkt, wäre die Anzahl der Toten zwar bedauerlich, aber zahlenmäßig vernachlässigbar (jede Grippewelle wäre dramatischer). Das ist mit das Erste, was man in einem wissenschaftlichen Studium lernt, um Aussagen oder Entscheidungen zu fällen: Es zählen nur Fakten Fakten Fakten. In Deutschland und anderen Ländern werden allerdings für die Menschen teilweise dramatische Entscheidungen auf Basis fehlender Fakten getroffen. Am Ende die 2. zentrale Aussage: Sicher ist nur, es fehlen wichtige Informationen. Als Laie würde ich nicht so weit gehen zu behaupten es wäre ohne Sinn und Verstand, was in Deutschland entschieden wurde und weiter wird, aber es ist nicht fundiert und m.E. ziemlich viel Aktionismus dabei.

Kenny Rogers ist gestorben! Ich bin nicht unbedingt ein Fan seiner Musik, aber er hat einige tolle Songs (vor allem in den 70er- sowie 80er-Jahren) gemacht. Wie meinte der Spiegel?!? Das singende Kaminholz . Im Lotto war mal wieder nichts, d.h. das Home-Office geht am Montag weiter ,
Ralf
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Ralf am Samstag 21. März 2020 - 22:08:25
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Freitag 20 März 2020
Krautsalat 4ever
Krautsalat 4ever,

es mag typisch Deutsch sein (neben Sauerkraut, das ich hier im Haus never bekomme!), aber ich liebe Krautsalat! Es gibt kaum etwas besseres als Kraut mit American Dressing. Da ist wieder meine amerikanische Ader . Die Tage mit Home-Office sind mir weiterhin fremd, ich mag diese Vermischung von Job und Privat absolut nicht. Es gibt keine klaren Grenzen mehr: Man arbeitet im eigenen Heim mit Kompromissen (Keller, Stuhl, Schreibtisch), sieht trotzdem oder deswegen die Familie, wir essen gemeinsam, die Arbeit geht bis in den Abend, parallel wird gesprochen über private Dinge etc. Ich werde mehr als froh sein, wenn diese Phase vorbei ist. Kommen wir zum Tagesablauf: Aufstehen um 6 Uhr, vor dem smarten Wecker, ich übe bereits für die Sommerzeit. Schnell das dünne Blättchen namens grüne Tageszeitung lesen und exakt um 7 Uhr war ich im Folterkeller. Das ist für mich derzeit das einzig Positive an Corona und Home-Office: Ich mache Sport und das bereits vor der Arbeit! Es sind am Ende 134 Minuten auf dem Ergometer mit 175 Watt geworden, dazu im Laufe des Tages 80 Züge mit der Hantel. Ich bin mehr als zufrieden mit mir.

Negativ sind weiterhin das verschwindende Zeitgefühl und das Leben in virtuellen Internet-Welten. Außer Frau und Kinder sehe ich keinen Menschen. Den dritten Tag in Folge habe ich das Haus nicht verlassen, eine reale Ausgangssperre würde mich kaum schocken . Ich weiß wirklich nicht, wie man das monatelang aushalten soll. Ein Vorteil ist natürlich: Aufgrund der Bandbreite sind Videoübertragungen in der Firma verboten und ich rasiere mich nicht mehr, ich kraute langsam zu. Ist halt beinahe wie im Urlaub... Was mir weiterhin fehlt, ist der Fußball. Über Geisterspiele würde ich mich mittlerweile freuen. Was auch ein Nachteil ist: Das Essen zu Hause ist natürlich wesentlich besser als in der Kantine in Blomberg! Ich esse viel zu viel, ich bin aber auch um 12:30 Uhr wie ausgehungert: Kein Frühstück, früher Sport mit vielen Kalorien (heute eine Verbrauch von über 1.700kcal!), die ersten 2,5 Stunden für die Firma, mittags haue ich rein als ob es gar kein morgen gäbe. Immerhin kann ich mich abends zügeln... In Deutschland werden momentan Ausgangssperren diskutiert, ich kann das nicht nachvollziehen! Ich will wieder ein normales Leben führen! Es ist keine zwei Wochen her, dass wir im SCP-Stadion waren, und was ist seitdem passiert, es wird immer extremer .

Morgen werde ich mich dem Soplica oder dem Ouzu hingeben, mein Kopf muss abschalten ,
Ralf
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Ralf am Freitag 20. März 2020 - 22:17:55
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Donnerstag 19 März 2020
Zeitkapsel Keller
Zeitkapsel Keller

Kommen wir zunächst zu meinem 2. HO-Tag: Obwohl der smarte Wecker mich pünktlich aus dem Schlaf geholt hat, bin ich wieder eingeschlafen. Zum Glück waren es nur ca. 15 Minuten Zeitverlust und ab 6:35 Uhr habe ich die Zeitung gelesen. Die wird übrigens immer dünner und ähnelt mehr einem Infoblatt über Corona . Togal, es war wie bei der Bahn, eine Verzögerung führte zur nächsten. Erst gegen 7:20 Uhr war ich im Folterkeller und habe auf dem Ergometer gesessen. Es sind am Ende 127 Minuten mit 175 Watt sowie 79km geworden, mehr als ordentlich. Die Beine halten die Belastung mittlerweile locker durch. Dazu noch 50 Züge mit der Hantel im Laufe des Tages. Aber eins weiß ich, egal wie lange die Home-Office-Phase dauern wird (ich gehe weiterhin eher von Monaten denn von Wochen oder gar Tagen aus), ich werde total fit aus der dunklen Kellerphase kommen. Leider wird es ab morgen wieder kühler, so dass echte Radtouren in weiter Entfernung liegen. Ich würde gerne durch die freie Natur rasen. Nach dem Sport ging es mir wie gestern: Ich hetze mich ab, um den Termin um 10 Uhr knapp zu erreichen, melde mich am Rechner an und das Meeting ist abgesagt. Das wird mir in den nächsten Tagen nicht wieder passieren, Priorität hat der Sport!

Was man aber im Home-Office verliert, zumal ich die spätere Schicht habe, ist das Zeitgefühl. Mehrfach habe ich heute nicht gewusst, welcher Wochentag ist (Anmerkung der Redaktion : Donnerstag). Auch ist die Uhrzeit nicht immer klar, was verständlich ist, wenn man den gesamten Tag in einem Keller ohne Tageslicht hockt. Togal, ich kann es nicht ändern und muss durch diese dunkle Viruswelt. Ich finde es interessant, was England und Holland machen, irgendwie liege ich völlig auf deren Welle: Was ist besser? Ich bin mittlerweile eher ein Verfechter der Linie: Gebt dem Virus freien Lauf, alles andere regelt die Natur. Yepp, das ist zynisch und inhuman. Aber ich finde alles besser als dieses Abschotten über Monate, als dieses alles zum Erliegen zu bringen. Man sollte Risikogruppen isolieren, alle anderen dürfen sich frei bewegen inkl. geöffneter Läden. Das wäre mein Ansatz. Vielleicht bin ich amerikanischer als die Amerikaner selbst , ich bin auch der Meinung, dass jede(r) für sich selbst zu sorgen und nicht der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen hat (bis auf einige Ausnahmen).

Mein AL2 von Christopeit hält erstaunlicherweise weiterhin trotz komischer Geräusche, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Daher schaue ich von Zeit zu Zeit nach einem Ersatz, die erstaunliche Feststellung: Entweder sind manche Ergometer nicht mehr lieferbar (z.B. E60 von Tunturi) oder die Preise haben angezogen (wie das AL2). Vermutlich sind Hometrainer gerade gefragt, kein Wunder, wenn auch Fitnessstudios schließen müssen. Letztes Thema, wenn ich schon nicht nach Usedom kommen werde, will ich wenigstens Insel-Feeling spüren. Und dazu gehört für mich Soplica, ich liebe das Zeug in der Ausprägung Pigwowa (Quitte): Ich habe mir vier Frustflaschen bestellt . Leider ist der polnische Obstler recht teuer in Deutschland (rund 11€ pro Flasche), aber das ist es mir wert,
Ralf
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Ralf am Donnerstag 19. März 2020 - 22:06:32
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